Blühwiesen

Blumiges Leventina Tal

Innerhalb der Insektenschutzprojekte «Blumiges Leventina Tal» möchten wir folgendes verwirklichen:

In den nächsten Jahren möchten wir im Leventina Tal in Zusammenarbeit mit Schulklassen, Umweltstiftungen und Vereinen mehrere Blühwiesen im Umfang von mehreren Hektaren kaufen, anlegen und pflegen. Durch eine aktive Mitarbeit vieler erhöht sich zudem der „individuelle Wert“ der Biotope sowie die „Identifikation“ der Teilnehmer mit „ihrem“ Projekt. Diese Blühareale dienen dann als wertvolle Rückzugsräume und Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Insekten.

Damit Blühwiesen nachhaltig bestehen können, müssen diese mindestens einmal im Jahr gemäht werden. Das Mähen wird durch uns durchgeführt.

Da eine mit Maschinen durchgeführte Mahd leider Verluste verursacht (sowohl bei den Insekten als auch bei den sie umgebenden Tieren z.B. Kleinsäuger, Amphibien) werden wir Weidetiere zur Pflege der Flächen einsetzen.

Moderne Mähwerke sind wahre Todesfallen: kommt ein sogenannter Aufbereiter zum Einsatz, sterben rund 60 Prozent aller auf den Pflanzen sitzenden Insekten. Vielfach wird innerhalb weniger Stunden eine riesige Fläche gemäht und gleich für das Silo abgeräumt. Insekten finden oft keine Ausweichflächen mehr. Grundsätzlich achten wir beim Mähen von Blühwiesen immer darauf, dass nur die Hälfte der Fläche gemäht wird (damit Insekten auf der anderen Hälfte noch genügend Nahrung finden) oder aber in naher Distanz (unterhalb von 500 Metern Entfernung) eine weitere Blühwiese vorhanden ist.

Weidetiere verhindern zudem die unbeabsichtigte Tötung vieler Insekten und Kleintiere und fördern zugleich die Ausbreitung der Blühflächen durch Anhaftung des Saatgutes an Fell, Klauen und Hufen der Weidetiere.

Durch den Verbiss durch Pferde und die Schaffung von Boden-Offenstellen können zusätzlich verschiedene Insekten gefördert werden. Auch das Nahrungsangebot für Vögel kann deutlich erhöht werden, da die Dunghaufen viele Insekten anziehen.  Aus entsprechender Fachliteratur lernen wir, dass diese Form der Bewuchskürzung auch die Lebensumstände von Insekten begünstigen kann.

Auf verschiedenen Flächen planen wir eine extensive bzw. eine Stossbeweidung: Die Stossbeweidung ist eine kurzfristige intensive Beweidung mit einer hohen Besatzdichte. Sie kommt in ihrer Wirkung auf den Pflanzenbestand dem Mähen nahe, aber die Amphibien und Insekten werden geschont. So fördert ein kurzfristiger intensiver Besatz vor Beginn der Vegetationsperiode den Blütenreichtum und führt gekoppelt mit einer Stossbeweidung am Ende der Vegetationsperiode zu einer starken Aushagerung der Fläche.  Auch in der Fachliteratur wird erwähnt, dass Mähen stets mit hohen Tierverlusten verbunden ist, Beweidung hingegen in wesentlich geringerem Masse.

Anlegen der Blühwiesen

Die Blühareale sind in ihrer floristischen Zusammensetzung insbesondere auf Wildbienen ausgerichtet, da diese eine sehr hohe Bestäubungsleistung erreichen. Dabei wird berücksichtigt, dass Wildbienen einen Flugradius von maximal 2 Kilometern aufweisen (und oftmals sogar nur deutlich geringere Distanzen überwinden können. Also werden wir im Dreieck Giornico/Anzonico / Chironico damit beginnen und uns jährlich je nach Budget und Flächenmöglichkeiten vergrössern. Ziel ist es eine Blühwiesen-Biotopkarte anzufertigen.

„Artenreiche Blumenwiesen gedeihen auf mässig oder gar nicht gedüngten Böden. Der Artenreichtum steigt von etwa 25 Arten in einer Fettwiese auf über 100 Arten an in sehr mageren, stickstoffarmen Böden. Deshalb streben wir mit Landwirten, Gemeinden und privaten Landbesitzer eine Zusammenarbeit an. Geplant wäre ein Blühwiesenkorridor durch das ganze Tal.

Dieses verhindert zudem die unbeabsichtigte Tötung vieler Insekten und Kleintiere und fördert zugleich die Ausbreitung der Blühflächen durch Anhaftung des Saatgutes an Fell, Klauen und Hufen der Weidetiere.

Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Das Insektensterben kann unserer Meinung nach nur eingeschränkt werden, wenn auch die «allgemeine Bevölkerung» weiterhin verstärkt für diese Thematik sensibilisiert wird und sich an Lösungsmöglichkeiten beteiligt. Eine bedeutende Position nehmen dabei Schülerinnen und Schüler und eine entsprechende nachhaltige Umweltbildung ein.

Durch ein gemeinsames Einsäen mit Vereinen, Schulkindern etc. wird verdeutlicht, wie einfach es ist, etwas für den Arten- und Naturschutz zu leisten. Während der gesamten Projektlaufzeit (ca. 5 Jahre) werden Informationen über das Leventinaprojekt auf www.paradisoleventina.ch, auf Facebook sowie auf einem YouTube-Kanal zur Verfügung gestellt.

Bei der Gestaltung von bienenfreundlichen Blühwiesen achten wir auf folgende Aspekte: Wir verwenden nur regionales Saatgut. Eine Insektenart, welche sich an einem bestimmten Standort befindet, ist in seiner Nahrungsaufnahme natürlich auch an regionale Artenvielfalt gebunden.